Geschichte

Geschrieben von Felix Elflein. Veröffentlicht in Unsere Gemeinde

Wechmar und Günthersleben wurden bereits im Jahre 786 im Breviarium Lulli, einem Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld, als „villa wehemare“ und „gonresleibin“ erwähnt. Seit dieser Zeit erlebten sie eine wechselvolle Geschichte. Frühzeitig errichtete man in Günthersleben eine Wasserburg, welche die Herren von Günthersleben und später adelige Besitzer bewohnten. Sie wurde durch die Bodenreform 1945 zerstört. In Wechmar siedelte sich die 1005 erstmals urkundlich erwähnte Familie von Wechmar an, die heute mit Rüdiger Freiherr von Wechmar einen der bekanntesten deutschen Diplomaten stellt.

Die Wechmarer Königspfalz diente 975 Kaiser Otto II. für seinen Hoftag und war 1086 Gerichtsstätte für Kaiser Heinrich IV. Viele ur- und frühgeschichtliche Funde belegen die frühe Besiedlung des Landstriches und ein 1937 entdecktes Gräberfeld brachte Aufschluss zur Siedlungsgeschichte Mitteldeutschlands vom Beginn der Zeitrechnung bis zur Zerschlagung des Thüringer Königreiches 531.

Unsere Ortschaften waren bis 1950 durch die Landwirtschaft geprägt. Viele Bewohner fanden ihren Lebensunterhalt in den nahen Städten Gotha und Ohrdruf, ihre Frauen bewirtschafteten die Felder. Während sich in Wechmar 7 Rittergüter adliger bzw. bürgerlicher Herren heraus kristallisierten, waren in Günthersleben nur die Herren der Wasserburg Grundbesitzer. Im 19. Jh. gab es in Wechmar 2 Rittergüter und in Günthersleben übernahm die Familie von Weiß die Wasserburg.

Das Handwerk hat seit alten Zeiten goldenen Boden. War früher in Günthersleben die Töpferei weit verbreitet, gab es in Wechmar seltene Gewerbe, wie Salpetersieder, Korbmacher und Bildhauer. Heute bestimmen kleine mittelständische Unternehmen den Dienstleistungssektor in der Gemeinde.

Berühmte Persönlichkeiten waren hier zu Hause. Hier lebten Veit und Hans Bach, die Stammväter der berühmten Musikerfamilie Bach. Ihr Wohnhaus ist heute ein international beachtetes Museum. Wenige Schritte entfernt gibt es seit 1750 den schönsten Rokokosaal Mitteldeutschlands im Landhaus Studnitz. Am 27.11.1999 wurde er nach zweijähriger Restaurierung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Seit 475 Jahren predigen protestantische Geistliche in den Ortschaften. In Günthersleben wurde 1694 die Sankt Petri Kirche erbaut und 1843 errichteten die Wechmarer mit der Sankt Viti Kirche die größte Dorfkirche Thüringens. Der 68 m hohe Turm gilt als weithin sichtbares Wahrzeichen der Gemeinde.

Mit der Familie Artmann hielt 1750 der Musikinstrumentenbau Einzug in Wechmar. Georg Valentin Artmann und sein Sohn Johann Nikolaus Artmann fertigten im Ort Violinen in Cremoneser Art, die später Weltruhm erlangten. Ihr letzter Schüler August Küttner baute bis 1860 Instrumente in Günthersleben. Das Bach-Stammhaus beherbergt zwei Instrumente dieser Familie.

In Günthersleben wurde 1380 Otto von Stutternheim, der spätere Rektor der Universität Erfurt, geboren und am 12. Juni 1848 erblickte hier auch Friedrich Seitz das Licht der Welt, der als Komponist und Hofkapellmeister in Magdeburg und Dessau internationalen Ruf erlangte.

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